Mentor Itzehoe bekommt eine neue Schirmherrin
Wo Bücher neue Welten öffnen
ein Beitrag in der Norddeutschen Rundschau am 03.01.2026
von Kristina Mehlert
Mentoren in Itzehoe unterstützen Kinder beim Lesen –
warum die Freude gerade besonders groß ist
Mit einem Blumenstrauß hieß Mentor-Vorsitzende Andrea Bünz (r.) Tania Schlie
als neue Schirmherrin im Verein willkommen.

Der vor über zehn Jahren in Itzehoe gegründete Verein Mentor setzt sich für die Leseförderung von Kindern ein. Ziel des Vereins ist es, Kindern ab dem Grundschulalter durch eine individuelle Betreuung die Freude am Lesen zu vermitteln und damit ihre Bildungschancen nachhaltig zu verbessern.
„Und das geschieht bei uns nach dem 1:1-Prinzip“, erläutert die Vorsitzende Andrea Bünz. Doch was bedeutet das genau? „Ein Mentor liest mindestens ein Jahr lang einmal wöchentlich eine Stunde mit nur einem Kind.“ Um dieses Angebot weiter auszubauen, sucht der Verein zusätzliche ehrenamtliche Mentoren, die Freude an der Arbeit mit Kindern haben und gern lesen.Ein Viertel der Kinder liest schlecht
Denn der Bedarf ist groß. „Jedes vierte Kind in der vierten Klasse kann nicht richtig lesen“, wissen Bünz und ihre Vorstandskollegen. Eberhard Hülsing bringt es auf den Punkt: „Lesen beeinflusst das ganze Leben und ist daher umso wichtiger.“ Gründe für die Leseschwierigkeiten sieht der Verein unter anderem darin, dass das Lesen im Elternhaus oft nicht mehr ausreichend vermittelt werde. Auch der zunehmende Medienkonsum spiele dabei eine Rolle, betont Bünz und lässt auch die Kinder mit Migrationshintergrund nicht unerwähnt. Gleichzeitig hebt sie hervor: „Dabei verbirgt sich hinter jedem Buchdeckel eine so tolle Welt, an der man Spaß haben soll.“
Genau diesen Spaß möchten die Lesepaten den Kindern vermitteln – teilweise begleiten sie ihre Schützlinge sogar bis zum Abitur. Derzeit betreuen im Kreis Steinburg rund 70 Mentoren an 18 Schulen zahlreiche Schüler. Die Treffen finden in der Regel einmal pro Woche in der Schule statt. Gemeinsam wird gelesen, gesprochen und Vertrauen aufgebaut. Dabei geht es nicht um Leistungsdruck, sondern um Ermutigung, Geduld und die Freude an Geschichten.
„Viele Kinder blühen regelrecht auf, wenn sie merken, dass sich jemand Zeit nur für sie nimmt“, erklärt Bünz. Pädagogische Vorkenntnisse seien dafür nicht erforderlich. Offenheit, Gelassenheit, Humor, Zuverlässigkeit und Begeisterung fürs Lesen reichten aus.
Besonders groß ist aktuell die Freude im Verein, denn mit der bekannten Glückstädter Autorin Tania Schlie konnte eine Schirmherrin gewonnen werden. Die Schriftstellerin unterstützt die Arbeit von Mentor Itzehoe aus voller Überzeugung. „Lesen öffnet Welten und stärkt Kinder für ihr ganzes Leben. Die Arbeit der Mentoren ist unschätzbar wertvoll“, betont Schlie, die selbst seit mehreren Jahren ehrenamtlich als Mentorin an der Bürgerschule in Glückstadt tätig ist. „Das Tolle ist, dass die Kinder die Lesestunde niemals als Strafe oder Nachsitzen empfinden. Sie sind mit großer Freude dabei und fassen erstaunlich schnell Vertrauen.“
Was gelesen wird, entscheiden stets die Kinder selbst. „Mal wird vorgelesen, mal stehen Lernspiele im Vordergrund






